Die Kleidung im 14. Jahrhundert ist durch einige Umbrüche gekennzeichnet. Für das Entstehen und die Entwicklung von Kleidung waren die Bedingungen der menschlichen Lebensweise und Umwelt sicherlich maßgeblicher als das Schamgefühl. Viele andere Faktoren kommen dazu: Sitte und Religion, kulturelle, wirtschaftliche und historische Besonderheiten, Alter und Geschlecht. Das Übergewicht gewinnt mit zunehmender sozialer Differenzierung aber die Motivation, mit Kleidung und Schmuck ein Ausdruck des eigenen sozialen Wertgefühls zu schaffen. Speziell in einer ständisch geliederten Gesellschaftsordnung, wie sie im Mittelalter gegeben ist, bestimmen die jeweils herrschenden sozialen Schichten die Entwicklung der Mode. Alle im höfischen Bereich entwickelten Formen von Kleidung und Haartracht unterliegen das ganze Spätmittelalter hindurch in sehr starkem Ausmaß der Nachahmung durch die übrigen Schichten der Gesellschaft bis hinab zur bäuerlichen Bevölkerung.
Das Unterkleid ist aus Leinen. Zu den sonst üblichen Unterkleidern mit langem Arm, finden sich im ausgehenden 14 Jahrhundert auch ärmellose Unterkleider mit Trägern. Das beigefügte Bild entstammt der Wenzelbibel. Es ist nicht deutlich zu klären, ob diese Form der Unterkleider nur von "Bademägden" getragen wurde, da üblicherweise keine Frau in Unterwäsche dargestellt wurde. Da jedoch oft die Ausschnitte der Oberbekleidung recht weit waren, ist diese neue Form der Unterkleider durchaus zu erklären.
Die gezeigten Strümpfe sind aus krappgefärbtem Wollstoff genäht.Leider werden Frauenbeine viel zu selten auf Abbildungen gezeigt. Deshalb beziehen wir uns hier auf ein Bild aus der Mitte des 14. Jahhunderts. Da es auch wenige Bilder aus dem späten 15. Jahhundert sowie aus dem Hohen Mittelalter gibt, gehen wir davon aus, dass diese Strümpfe durchgängig in leichten Variationen getragen wurden.
Bild : Miniatur Lilienfeld, 1351.
Die Cothardie links ist aus krappgefärbter Wolle, das Kleid rechts aus Wollstoff - gefärbt mit Birkenblättern. Die Oberteile sind wie hier in der Abbildung aus der Wenzelbibel bis zur Hüfte geknöpft. Links sind Stoffknöpfe, rechts Zinnknöpfe verarbeitet.
Kopftücher aus Leinen.
Die Schürze links ist aus Leinen, nach einem Bild, 1395 aus Obervellach gefertigt. Das rechte Bild zeigt ein Surcot aus Wolle, mit Rotholz gefärbt, Pelz verbrämt und mit Perlen am Ausschnitt bestickt. Die meisten Surcot Abbildungen findet man im Adelsbereich. Jedoch wissen wir aus unterschiedlichen Texquellen, dass auch Bürger die es sich leisten konnten dem Adel vor allem in Bezug auf Kleidung nacheiferten. Die Kopfbedeckung auf dem rechtne Bild ist ein Kruseler. Welcher typisch für die Mode an Mitte des 14. Jhdt ist.
Das Überkleid ist aus Wolle mit Birkenblättern gefärbt. Man findet außer dem Nuschenmantel keine bedeutende Schutz(wärme)bekleidung für Frauen. Es ist davon auszugehen, dass oft ein zusätzliches Kleid über dem Oberkleid getragen wurde. Hier zu sehen in der Wenzelbibel und auf einem Altarbild aus Köln um 1380.
Textquellen: Alltag im Spätmittelalter-Harry Kühnel