Die Mitte des 13. Jahrhunderts ist gekennzeichnet durch den Niedergang des staufischen Adelshauses und den damit einhergehenden Machtverlust des deutschen Kaisertums in Italien, aber auch nördlich der Alpen. Der letzte Stauferkaiser, Friedrich II, war eine sehr bemerkenswerte Figur in der damaligen Zeit. Zeichnete er sich einerseits aus durch Förderung der Wissenschaft, Kunst und Kultur, so gibt es ebenso etliche Anhaltspunkte über seine besondere Grausamkeit und Brutalität.
Sein beinahe ständig andauernder Konflikt mit den Päpsten, der sogar auf dem Schlachtfeld Fortsetzung fand, hat zu erheblichen Problemen für die Menschen in seinem Reich geführt. Jahrelange Acht, ausgesprochen über das gesamte Reich (!), hat zu Situationen geführt, in denen Verstorbene nicht ausgesegnet beerdigt werden durften, Taufen nicht vollzogen oder Menschen die Beichte verweigert wurde. Zustände, die sowohl Volk als auch Adel gegen den „Stupor Mundi“ aufbrachten und – im Falle des Adels – zu offener Rebellion und der Wahl von Gegenherrschern führten.
Friedrich stirbt schließlich im Jahre 1250 in Sizilien und hinterlässt einen politischen Scherbenhaufen. Es folgt eine Zeit der Instabilität. Politische Unsicherheit erfordert den Bau fester Steinburgen und Stadtmauern.
Dem gegenüber steht ein besonders mildes Klima, das gute Ernten begünstigt und zu einem starken Bevölkerungswachstum führt. Laut zeitgenössischen Berichten sollen im Rheintal tatsächlich Feigen geernet worden sein! Viele neue Städte werden gegründet, in Teilen des Nordreiches beginnt sich eine bürgerliche Kultur zu entwickeln. Durch die bereits über ein Jahrhundert andauernden starken Kontakte zu den muslimischen Völkern des nahen Ostens, entwickelt sich ein kultureller Einfluß, der sich in Waffen-, Rüst- und Sachkultur bemerkbar macht.
Obgleich der sich ankündigende Verlust der letzten christlichen Bastionen im heiligen Land bevorsteht, führt dies zu keiner Verständigung zwischen Byzanz und dem Abendland, im Gegenteil. Zu Beginn des Jahrhunderts eroberten christliche Kreuzfahrer Byzanz und plünderten es. Die Griechen sollten sich von diesem Schock und der damit einhergehenden Schwächung nie wieder richtig erholen und verloren mehr und mehr an Macht und Einfluß in der Region. Das heilige römische Reich, vor allem nördlich der Alpen, war von diesen Entwicklungen zunächst relativ unbeeinflußt. Die Landnahme und Christianisierung in den westslawischen Gebieten, die Ansiedlung vor allem sächsischer und fränkischer Bauern dort, war ein eher relevantes Thema für die Menschen.